Forellen, Werfen und Verhalten am Bergbach

(Warum ich es so mache)

Ricci Gerber, März 2020

Autofahren, B...en und Fischen haben etwas gemeinsam, die meisten Leute denken sie können das gut...

Ich denke nicht das ich sehr gut Fischen kann, aber ich arbeite an mir, versuche schwierige Würfe ins Ziel zu bringen, probiere das Gewässer zu lesen und vor Allem versuche ich aus meinen Verhaltens-Fehler zu lernen. Dies hier ist kein Tutorial, es ist nur eine Beschreibung wie ich es mache und eine kleine Auflistung von Verhaltens-Fehlern die man oft sieht.

 

 

Das Werfen

Die Art und Weise wie ich diesen Pool befische, man kann das auch anders machen ich weiss. 

Man könnte eine Standortwechsel vornehmen, man könnte die Wurfreihenfolge ändern, ein Linkshänder stellt sich sowieso anders hin u.s.w. u.s.w.

Der Original Spot

Ein klassischer Forellen-Spot, mit einem zentralen Einlauf (Wassertiefe ca.1,5 Meter), einer relativ kurzen Hauptrinne die dann in eine Rieselstrecke abflacht (Wassertiefe 1,5-0 Meter). 

Links unterspülte Steine (Wassertiefe 0,8-0,6 Meter), rechts eine grosse Caverne die bis zu 2 Meter unter die Felsblöcke reicht

( Wassertiefe 0,9-0,3 Meter)  

Die Dimensionen

Damit ihr euch eine Vorstellung der Grösse des Spots machen könnt, dieses Bild.

(A) Die Gesamtlänge vom Einlauf bis zum Ende der Rieselstrecke.

(B) Die Gesamtbreite. 

(C) Die Länge der Cavernenöffnung.

(D) Die Strecke vom grossen Stein bis zum Ende der unterspülten Steine.


Wurf-Strategie

(X) Mein Standort, auf der linken Seite, ca 2 Meter zurückversetzt vom unteren Bildrand. Ich habe diesen Platz gewählt weil ich dort als Rechtshänder (bequem) aus geduckter Haltung werfen kann und ich mit der Strömung fischen kann und so der Bait nicht seitlich verdriftet. 

(Wurf 1und 2)  Wurf 1 genau auf den Stein rechts von Punkt 1, lieber etwas zu lang als zu kurz, der Köder wird dann wohl einen kleinen Kratzer abbekommen, aber zu kurz würde die  potenziellen Fische bei den unterspülten Steinen aufschrecken. (Übrigens wiederhole ich alle  Würfe 2-3 mal). Wurf 2 möglichst nahe an das obere Ende des grossen Steines um dann erneut den Köder vor den unterspülten Steinen spielen zu lassen.  Punkt 1 und 2 fische ich zuerst ab weil es von meinem Standort aus möglich ist einen Fisch zu drillen ohne die Zonen Einlauf und Caverne zu stören. 

(Wurf 3-5 die Caverne)  Wurf 3 geht in/an die Flache Zone der Caverne und führt den Köder via Rieselstrecke zurück zu mir. Hier stehen meistens kleinere Forellen, aber man weiss ja nie. Wurf 4 und 5 sind die schwierigsten, der Bait muss in die Caverne  so tief wie möglich am besten sollte er hinten am Stein anschlagen (Übung macht den Meister). Die Caverne fische ich selektiv vom Flachen ins Tiefe Wasser ab, wiederum um eventuell einen Fisch zu drillen ohne die anderen zu vergrämen.

(Wurf 6-8 der Hotspot) Man kann jetzt die Frage in den Raum stellen warum ich nicht sofort den Hotspot anwerfe, dass mache ich nicht weil beim Biss einer kleinen Forelle der komplette Pool aufgescheucht wird. Wurf 6 auf die angeschütteten Steine, Wurf 7 und 8 so tief wie möglich ins schäumende Wasser um dann den Köder via Hauptrinne  in Richtung Rieselstrecke zu führen. 

 

 

Fehler und wie man sie verhindert

-Lärm ist wohl der häufigste Fehler den Fischer machen.

Rennt und trampelt nicht, auch nicht beim Spotwechsel. Forellen sind sehr sensibel was Erschütterungen angeht. Schreit nicht in der Gegend rum zerbricht keine Äste verschiebt keine Steine und geht nur durch das Wasser wenn es unvermeidlich ist. Last Stress und Hast Zuhause und versucht euch im Einklang mit der Natur zu bewegen.

-Last euch nicht sehen. Nutzt natürliche Deckung wie Felsblöcke und Bäume u.s.w. Wenn es keine Deckung hat, haltet Abstand. Fuchtelt nicht unnötig mit der Rute rum. Kleidet euch so unauffällig wie möglich, Olive und Grautöne sind m.M.n. zu bevorzugen.

-Vergrämt nicht die Fische beim ersten Wurf. Das passiert oft, man schleicht sich perfekt wie ein Indianer an, positioniert sich tip top, dann der Fehlwurf mitten in den Pool und die Party ist gelaufen. Wie verhindert man das ? Konzentriert euch und bleibt ruhig. Fischt zuerst die näheren potenziellen Unterstände ab (oft stehen die Fische viel näher als wir denken), dann  erst nehmt ihr die weiteren und schwierigeren Ziele aus Korn. Schaut das eure Combo richtig abgestimmt ist, es braucht keine super teure Combo um Wobbler, Löffel etc. zu werfen, aber gut abgestimmt sollte sie schon sein. Mit abgestimmt meine ich, Rolle, Schnurdicke, WG und Länge der Rute sowie Ködergewicht sollten zueinander passen. Lasst euch nicht von einem Fehlwurf entmutigen, auch wenn ihr gerade alles aufgescheucht habt, versucht es nochmal nur aus Übungszweck. Bei nächsten Spot wird es dann bestimmt klappen.

-Zum Schluss noch etwas Pro Fisch, zwei Sachen die mir am Herzen liegen. Egal ob ihr Kochtopf- Angler, Selektiv-Entnehmer oder C&Rler seit, nutzt bitte beim Forellenangeln einen gummierten Unterfangkescher, so kann der Fisch in seinem Element bleiben bis ihr mit der anderen Hand die Lösezange, den Zollstock oder die Fotokamera rausgeholt habt. Weiter, fischt nur von Punkten aus wo ihr Fische sicher landen und vor Allem Untermassige schadlos zurücksetzten könnt, also keine 3 Meter hohen Standorte und so, ihr wisst schon was ich meine.

 

Gruss und tl Ricci