Wolfsjagd mit Sebastian

Wolfsjagd: Liebe Freunde der Spinnfischerei, jedem passionierten Raubfisch-Angler kann ich nur empfehlen, einen Versuch zu unternehmen, Wolfsbarsche zu fangen. Ein Fisch der zu begeistern vermag, und in spektakulärem Umfeld zu befischen ist. Im folgenden Bericht will ich euch, von meinem ersten Abenteuer, auf die Kultfische des Salzwassers berichten.

 

 

Vorweg, es is nicht nötig ans Ende der Welt zu reisen, um Wolfsbarsche zu fangen. innerhalb Europas gibt es zahlreiche Möglichkeiten und die Bestände sind teils vernünftig. Neben Holland, Großbritannien, dem Mittelmeer-Raum und Irland als Capital des Wolfes, gibt es sie auch noch in Portugal (dort gibt es auch die größten Exemplare weltweit), Frankreich, Spanien und mittlerweile sogar in Süd-Norwegen und Ostfriesland.

Meine erste Reise sollte nach Wales im Vereinigten Königreich gehen. Eine gute Wahl, wie sich herausstellen sollte.
Nach vielen Recherchen zum Thema und zum Reiseziel kristallisierte sich heraus, dass es in Wales sehr interessante Abschnitte gibt und diese auch sehr dünn besiedelt sind.
Eine Kombination die mir und meiner treuen Begleiterin Sabine, sehr gefallen, da wir auch immer auf der Suche nach Natur und Abgeschiedenheit sind.
All das sollten wir in Wales, zur rechten Zeit, am rechten Ort, finden.

 

Mystische Stimmung ist in Großbritannien garantiert! Nebel, Salzwasser, Wind und Wetter mischen sich zu einem ergreifenden Ganzen das einen schnell Raum und Zeit vergessen lässt....
Wir konnten abschalten und hatten nur noch ein Ziel, den Wolf finden und fangen.
Feuer frei!

 

Die ersten Exemplare waren, dank guter Recherchen und optimaler Nutzung von Ebbe und Flut, schnell gefunden. Allerdings war es unerwartet schwierig gute Exemplare zu finden. Jedoch kämpften auch diese Exemplare immens, die Fluchten dieser "Winzlinge" sind wirklich sehr beeindruckend, ebenso deren Bisse.
Wir waren süchtig und das schon nach den ersten Tagen!!!
Immer wieder fingen wir halbstarke Exemplare.

 

Wir hatten mit diversen Ködern Erfolg, je nach Witterung, Wassertrübung und Wind, entschieden wir uns für sehr unterschiedliche Methoden und Taktiken.  Am meisten Frequenz hatten wir mit Blech....Jigs und dünne, längliche Blinker die Sandaalen ähneln brachten fast immer Fisch.
Aber auch die legendären Fiiish Köder und Savage Gear Sandeels brachten dein ein oder anderen Wolf ans Band.
Die ersten besseren Fisch über 40cm konnten wir erst fangen, als wir eine 300 km Fahrt an einen komplett anderen Küstenabschnitt wagten.

 

Die erste Flucht von dem Fisch war schlichtweg nicht zu bremsen, es war ein Run um die 30 meter und ich schätzte den Fisch wahrlich deutlich größer ein. Leider ging es dann wie gewohnt mit kleineren Fischen weiter. Diese erwiesen sich oft als ziemlich widerspenstig und hatten wenig Lust auf Fotos....

 

Zwischenzeitlich konnten wir noch aufgrund von jagenden Delfinen Makrelen Schwärme spotten. Dieser mega leckeren Sprinter zu fangen, machte ebenfalls sehr viel Spaß, obschon sie mit der schieren Kraft der Wölfe nicht konkurrieren konnten.

 

Diese wunderschöne Fische, an solchen Orten zu fangen, gemeinsam mit Delfinen sich an dem verbliebenen Reichtum der Meere zu laaben, erfüllte unsere Herzen und ließen uns auf die schönste Art und Weise Mensch sein.
Abends dann solch ein Basis für ein Menü zu haben, ist ein wahres Geschenk.

 

Wir fischten an atemberaubenden Plätzen, die uns oft tief berührten!
Was soll man da noch sagen?! Schön war auch, dass wir die fängigen Plätze dank Navionics Karten und allabendlicher Recherche immer wieder fanden und sich dann neben Delfinen auch immer wieder Robben und Seelöwen zeigten und teilweise unseren Ködern interessiert bis vor die Füße folgten.

 

Interessant war die Phase um den Vollmond herum, wir wussten dass das unsere einzige Chance sein würde, die größeren Exemplare zu finden, da diese eigentlich nur bei sehr lohnenden Bedingungen im Küsten-Saum jagen.
Die Witterung, der Wind und das Wasser wurden rauer und harscher.
Die Fischerei anspruchsvoller.

 

Als der Regen kam, war es dann soweit. Leicht angetrübtes Wasser, auflandiger Wind und dazwischen orientierungslose Sandaale. Ich spürte dass es jetzt die Chance sein musste, endliche ein Exemplar mit 50cm aufwärts zu fangen.....und tatsächlich. Innerhalb von 2 Stunden konnte ich 3 Barsche mit über 50cm fangen, einen über 60cm und den besten mit 67cm.

Wie es oftmals so ist bei schlechtem Wetter, die Kameramänner, in meinem Fall, die Kamera-Frau, zog den Konsum eines Buches vor dem Kamin vor. So gibt es von den besten Wölfen keine Fotos, nur von einem dem 54er den ich für die Küche mitnahm.

 

 

Gefangen auf einen Fiiish Sandeel, den Biss konnte ich direkt sehen, der Fisch schoß mit einer irren Geschwindigkeit in der Brandung auf meinen Köder zu und saugte Ihn direkt im Wellenkamm ein. Der kurz verzögerte Anhieb saß und der Kampf der folgte, war unvergesslich.
Die Ü-60er Barsch zogen mit einer Gewalt in der aufgepeitschten Brandung umher, dass einem Angst und Bange wurde.
Solch explosive Kraft kenne ich von unseren Süßwasser-Fischen nicht ansatzweise.
Dieser Tag war die Essenz, der krönende Erfolg, der in dem Verzehr des einen Exemplars gipfelte. Mit größter Hingabe, Sorgfalt und Liebe haben wir den Wolf auf 2 Tage verteilt gegessen.

 

Für den letzten Teil des Fisch´s sammelten wir noch Miesmuscheln und bereiteten einen Fond damit zu, der in die Polenta einfloß und die Aromen des Meeres präzisierte. Ein Hochgenuß und für kein Geld der Welt zu erkaufen, weil selbstgemacht und selbstgefangen schmeckt es am besten!

 

Was blieb war Zufriedenheit, Glück, Ruhe und Dankbarkeit.

 

Wales wir kommen wieder, es war ein Traum!

 

Noch ein paar Takte zu verwendetem Tackle: Wir hatten 3 Reiseruten am Start. Eine Tenryu Injection Travel (5-28 Gramm) mit 2500er Daiwa Exist. Eine Sportex Carat Travel mit 25-60 Gramm Wurfgewicht und 3012er Daiwa Certate. Eine billigere Variante für meine Freundin mit 10-30 Gramm WG und einer 2000er Spro Red Arc. Mit diesen Komponenten konnten wir alle Köder und Methoden abdecken. Prinzipiell funktionieren Ruten in diesen Gewichtsklassen von 2,20m-3,00 Meter und passenden Rollen. Geflechtschnüre von PE 1- bis 1.5 erfüllten guten Dienste und machten keine Probleme.

Fluorocarbon Vorfächer von 0,27mm - 0,37mm kamen zum Einsatz und erwiesen sich als ideal. Kleine stabile Snaps von Seaspin Italy rundeten das ganze ab.
Als Köder hatten wir diverse Spoons, Metal Jigs, Slugs, OSP Do live Sticks und Topwater Baits dabei. Auch Hardbaits von Duo und diverse Garnelen Immitate durften nicht fehlen..
Wir fuhren kreuz und quer an der Walisischen Küste umher, zum Ende hin waren es über 2000 gefahrener Kilometer. So konnten wir aber nebst tollen Kulissen auch immer den ein oder anderen Fisch finden.
Zu guter letzt kann ich jedem angelenden Enthusiasten empfehlen, packt eure sieben Sachen und macht Jagd auf die Wölfe der Meere, ein unvergessliches Erlebnis, wie ich finde. Tight Lines Sebastian & Sabine.